© Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein
Bahnmeisterei Ausstellungsvitrine
"Nachbau" eines Bahnmeistereigebäudes                                Ausstellungsvitrine "Aufarbeitung von Oberbau"

Beim Begriff „Eisenbahn“ denkt fast jeder an die Dampflokomotive „Adler“, die vor 175 Jahren ihren Dienst antrat, den ICE als das aktuelle Highlight oder an all die anderen Fahrzeuge, die man vom Sehen oder Mitfahren kennt. Dabei wird oft vergessen, dass der Begriff zunächst einmal den „Eisernen Weg“ meint, also die feste Anlage, die erst „den Hufen des Feuerrosses das rechte Geläuf bietet.“

Dieser Fahrweg wird von den Eisenbahnern als „Oberbau“ bezeichnet und umfasst Schienen, Schwellen und Schotter. Für den Bahndamm bleibt dann konsequenterweise das Wort „Unterbau“.

Dass der Oberbau mit 21 bis 25% des Anlagevermögens der Eisenbahnen den Anteil der Fahrzeuge – höchstens 20% – überwiegt, steht im krassen Gegensatz zu seinem Schattendasein in der öffentlichen Wahrnehmung. Daher wird im Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein der eher seltene Versuch unternommen, auch die historische Entwicklung des Oberbaus, seiner Bestandteile und der damit verbundenen Arbeitswelt darzustellen.

Auf etwa 62 Quadratmetern führt ein Rundgang durch die verschiedensten Aspekte des Themas und erläutert, weitestgehend anhand von Originalteilen, missglückte Versuche und jahrzehntelang bewährte Erfolgsmodelle. Was hatte es nicht alles gegeben! Wer weiß beispielsweise noch, dass zwischen Reinheim und Reichelsheim die Schwellen längs unter den Schienen lagen? Was verbirgt sich hinter dem Wort „Tunneloberbau“? Und was haben Muscheln bei der Eisenbahn zu suchen? Die Antworten auf diese und viele weitere Fragen werden in dieser Ausstellung ausführlich beantwortet.

Damit die Materie nicht so schwer verdaulich wie Schotter und so ermüdend wie die Arbeit mit der Stopfhacke ist, gibt es die Möglichkeit, das ein oder andere selbst auszuprobieren und sich anschließend auf einem „Königlich-Bayrischen Schwellenstein“ von 1856 ein wenig auszuruhen.

Da die Ausstellung in weiten Teilen nur schwer für jüngere Besucher verständlich ist, wurde Schnuffi, das kleine Opossum eingeführt, das in jeder Vitrine auf den wichtigsten Sachverhalt hinweist, und die Thematik damit auf das geringste sinnvolle Maß verkürzt und verständlicher macht.